09.07.2007Ganz schön Teuer
11,5 Millionen CHF zahlte ein Liebhaber für den letzten Testa Rossa Spyder. Das letzte Auto einer Modellreihe, so sagt man, sei das beste. Es ist technisch ausgereift, sämtliche Kinderkrankheiten sind ausgeheilt, der Hersteller weiss, wo er ans Limit gehen kann und wo besser nicht.
Aus diesem Grund haben wir es hier mit einem wahrhaft einzigartigen Modell zu tun. Vom Ferrari 330 TRI/LM Testa Rossa Spyder existiert genau ein Exemplar. An dessen Steuer gewannen Phill Hill/Olivier Gendebien 1962 die 24 Stunden von Le Mans (es war übrigens ihr dritter Sieg als Ferrari-Team, der vierte in Folge von Gendebien). Er war der letzte Rennwagen mit Frontmotor, der in Le Mans den Sieg schaffte, es sollte dies der letzte Testa Rossa von Ferrari werden (wenn man von den Strassenfahrzeugen absieht, selbstverständlich), er war der einzige je gebaute Testa Rossa mit einem 4-Liter-V12.
Die vielleicht legendärste Modellreihe von Rennfahrzeugen, die Ferrari je gebaut hatte, nahm ihren Anfang im Jahr 1955. Es war eine schwierige Zeit im GT-Sport, damals als «Wold Sports Car Championship» ausgetragen: 1953 hatte es an der Carrera Panamericana mehrere Tote gegeben, 1956 kam es beim Unfall von Mercedes-Pilot Pierre Levegh in Le Mans zum grossen Desaster. Medien, Politiker und auch Zuschauer verlangten ein Ende des Wettrüstens der immer stärkeren, schnelleren Fahrzeuge, die deshalb entstanden, weil das Reglement keine Beschränkungen vorsah.
Ferrari warf seinen nicht unwesentlichen Einfluss in die Waagschale und verlangte eine 3-Liter-Formel; dies natürlich im Wissen, gleich drei passende Motoren im Angebot zu haben, den 4-Zylinder aus dem 750 Monza, den V12, der im 315S und 335S seinen Dienst versah, und den berühmten 250 GT, ebenfalls ein Zwölfzylinder, der zwar schon zehn Jahre alt war, doch von so genialen Konstrukteuren wie Colombo, Lampredi, Jano und Bellentani zu immer neuen Höhen getrieben wurde.
Der erste Testa Rossa, der 500 TRC mit einem 2-Liter-Vierzylindermotor, trat im Juli 1957 in Monza zu seinem ersten Rennen an. Peter Collins/Mike Hawthorn gewannen gleich beim ersten Auftritt. 1958 erhielt ein erster Testa Rossa den 3-Liter-V12 und eine Scaglietti-Karosserie – die Legende war geboren. In allen Rennen, in denen die Rotköpfe antraten, waren sie nie schlechter als im fünften Rang klassiert. Die Siege aufzuzählen würde mindestens den Raum eines Buches beanspruchen, es seien hier nur die Erfolge im damals wichtigsten aller Rennen, den 24 Stunden von Le Mans, erwähnt. 1958 gewannen Hill/Gendebien (Chassisnummer 0728), 1960 Frère/Gendebien (TR 59/60, Chassisnummer 0772/0774), 1961 wieder Hill/Gendebien (TRI 61, Chassisnummer 0794).
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